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Ausgangssituation
Die Ausgangslage lässt sich ableiten aus einer Vielzahl von Studien, die sich zum Teil äußerst detailliert mit verschiedensten Krankheitsbildern an unterschiedlichsten Arbeitsplätzen beschäftigt haben. Befasst man sich mit diesen Analysen, wird deutlich, wie wichtig es ist, eben nicht nur immer weiter ins Detail zu gehen, sondern das Augenmerk auch auf mögliche gemeinsame Hintergründe verschiedener Krankheitsformen zu richten.

Dabei kristallisiert sich schnell „Stress" heraus als eine der Hauptursachen für diverse Krankheiten.

Was aber macht Stress so gefährlich?

Dazu hat insbesondere die Hirnforschung vor allem in den letzten 15-20 Jahren einige wichtige Antworten geliefert.

Stress, oder, anders ausgedrückt, das Gefühl, bedroht zu werden/ unter Druck zu sein aktiviert in unserem Organismus eine Art „Überlebens-Muster“, dessen Wurzeln weit in die Evolution zurückreichen.

  • Die meisten „höheren“ Gehirnfunktionen werden in eine Art „Standby-Zustand“ versetzt. So werden kognitive Fähigkeiten, insbesondere mit Gedächtnisleistungen verknüpfte geistige Abläufe, drastisch reduziert und in den Hintergrund gedrängt.
  • Alle Systeme dienen nur noch der unmittelbaren Aktion und Reaktion und sind auf „Überleben“ ausgerichtet.
  • Muskuläre Reaktionsketten werden aktiviert, die allesamt auf Bewegung zielen und daher mit dem Aufbau hoher Spannung der Skelettmuskulatur einhergehen.

Daraus lässt sich auch leicht ersehen, dass der Begriff Stress Ursache und Wirkung gleichermaßen beschreibt. Einerseits die Reaktion des Organismus auf äußere Bedingungen, insofern Wirkung, und andererseits die individuelle Umgangsweise des jeweiligen Organismus mit diesen Einwirkungen. 
Nimmt man dazu noch die Ergebnisse einer Studie der Universitätsklinik in Aachen, wo man vor Kurzem herausfand, dass bestimmte Hirnareale schon vom 19. Lebensjahr an schrumpfen - bei genauerer Untersuchung stellte man fest, dass vor allem Teile, die an der Steuerung von Bewegungen mitwirken, betroffen waren – dann fügt sich aus diesen Informationen zu Stress und Neuroplastizität ein klares Bild zusammen, das sich so beschreiben ließe:

Während die Anforderungen des Alltags zunehmend nach "körperlosen", vom bewussten Verstand geleiteten Reaktionen verlangen, werden immer mehr die alten biologischen "Problemlösungsmuster" aktiviert, die letztlich alle auf Bewegung hinauslaufen. 
Gleichzeitig schrumpft das Repertoire an differenzierteren körperlichen Reaktionsweisen im Gehirn.

Die Folge: Der durch die Umstände biologisch höchst aktivierte und gleichzeitig durch soziale Verhaltensregeln gehemmte Organismus wird krank im weitesten Sinn des Wortes - ein Teufelskreis, der u.a. in der extremen Zunahme von (wenig hilfreichen) Diagnosen wie bspw. "Burn-out" seinen Ausdruck findet.

Daher gilt für uns: Jede Strategie, die auf Gesundheitsförderung abzielt, muss diese sozio-biologischen/ bio-sozialen Grundlagen berücksichtigen.

Schlussfolgerung
Aus dieser „Skizze“ der aktuellen Lage wird auch deutlich, dass und warum es keinen Sinn macht, ständig über einzelne Probleme oder Krankheiten zu diskutieren und diese analysieren zu wollen. Unabhängig davon, ob wir von Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems ("Bewegungs-Apparat"), von Fehlfunktionen innerer Organe, von hormonellen, neurologischen oder von psycho-sozialen Krankheitsbildern reden, immer taucht - zurecht - inzwischen bei der Frage nach Therapie das Wunder- und Allheilmittel: »Bewegung« auf.

Gleichzeitig hindern aber bereits vorhandene Einschränkungen (wie z.B. Muskel- oder „Gliederschmerzen“, Gelenkbeschwerden, Übergewicht, Kreislaufprobleme etc.) meist gerade die am stärksten Betroffenen daran, der Aufforderung nach mehr Bewegung nachzukommen. 
Ganz abgesehen davon ist ausreichend bekannt, dass vielen Menschen Sport schon früh im Leben „vergällt“ wurde und er auch bei Gesunden neben seinen gesundheitsfördernden Aspekten gleichzeitig als eine der Hauptquellen von Verletzungen und entsprechenden Folgen für die Gesundheit gesehen werden muss. 
Damit beißt sich die Katze wieder in den Schwanz und es wird deutlich, dass die gebetsmühlenhafte Wiederholung von Forderungen wie sich mehr und „richtig“ zu bewegen, „Haltungsfehler“ zu vermeiden usw. nicht im Geringsten weiterhilft.

Denn:

  • Wer sich bereits optimal organisiert bewegt, wird keine „Bewegungstherapie“ brauchen.
  • Wessen Muster ungünstig sind, kann mit den vorhandenen Angeboten in der Regel nicht viel anfangen und beschädigt sich bei Versuchen oft nur noch mehr.

Allein die inzwischen vielfach belegte Tatsache, dass die mit großem Aufwand angepriesenen und finanzierten „Rückenschulen“ nur selten helfen, aber häufig schaden, zeigt, dass man anders ansetzen muss, wenn man grundlegende Verbesserungen erreichen will.

SELBSTentwicklung basiert auf individuellem Lernen.

Umsetzung
Da die Umsetzung einer Gesundheitsförderung im beschriebenen Sinne abhängig ist von dem jeweiligen Betrieb/ Unternehmen und seinen Strukturen, kann hier nur kurz dargestellt werden, welche inhaltlichen Angebote es von unserer Seite gibt. Die Umsetzung dieser Inhalte muss logischerweise „maßgeschneidert“ werden auf die Bedürfnisse der jeweiligen MitarbeiterInnen und des Betriebs/ Unternehmens als Ganzes und kann daher nicht in Form eines "Manuals" oder dergleichen dargestellt werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich unter den rechts auf dieser Seite dargestellten Links Beispiele dafür anzuschauen, wie Unternehmen/ Betriebe unsere inhaltlichen Angebote in ihre Struktur integrieren.

Unser Angebot enthält zunächst zwei, sich ergänzende Elemente, die sowohl einzeln als auch gesamt genutzt werden können:

1. Einheiten, die etwa 30 Min. dauern, und am Stück, meist im Liegen und in möglichster Ruhe gemacht werden sollten. Diese Einheiten sind der Kern der Lehr-/Lernmaterialien und sind zur Durchführung sowohl in Gruppen als auch individuell (in Form von Audioaufnahmen) geeignet.

2. Kurze, thematisch geordnete Einheiten von etwa 6-10 Min. Dauer, die als „Unterbrecher“ am Arbeitsplatz genutzt werden können. Diese Elemente können auch im Sitzen oder Stehen durchgeführt werden. Sie sind darauf zugeschnitten etwa auftretende Verspannungen (z.B. im Nacken oder Rücken) unmittelbar zu lösen und eignen sich daher auch für kleine Erholungspausen zwischendrin.

Wenn beides, unabhängig davon, ob es Gruppenangebote gibt, in Form von Downloads oder CDs zur Verfügung gestellt wird, erhalten die Mitarbeiter im Laufe der Zeit ein breites Reservoir an Möglichkeiten, sich selbst mit ihrer eigenen körperlichen und mentalen Entwicklung auseinanderzusetzen.
Ob jemand für sich dann Regelmäßigkeit sucht, indem er z.B.

  • angebotene Gruppen (wöchentlich, 14-tägig oder monatlich) besucht,
  • zu Hause für sich zu bestimmten Zeiten (Wochenende, abends), die unter 1. beschriebenen Angebote nutzt,
  • einzelne „Kurz-Einheiten“ über den Tag verteilt oder etwa in der Mittagspause macht

oder sich am unmittelbaren Bedarf orientiert, kann so jeder frei für sich entscheiden.

Materialien zum "Ausprobieren" finden Sie in unserem ib-shop. Viel Spaß beim Stöbern!

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 22. Januar 2013 um 16:13 Uhr
 
Ergebnisse Evaluation bei WSS
Ergebnisse der Evaluation bei WSS - Rottweil
 
Ergebnisse Pilotprojekt an 5 Standorten
Ergebnisse eines Pilotprojekts an fünf Standorten mit insgesamt 450 Mitarbeitern.
 

Hier finden Sie den Artikel der in der Ausgabe 03/2012 in der Zeitschrift Kommunikation & Seminar erschienen ist.

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Hier finden Sie einen Artikel der in der Kundenzeitschrift von WSS erschienen ist

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